| Briefo.com / Briefmarken Allgemein / Die Leiden der alternden Sammler..... |
| Autor | Mitteilung |
|
Docadhoc registriert |
Gesendet: 31 Jul 2006 16:10:10 aus der "Presse" vom 31.7. http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=c&ressort=w&id=575280 Briefmarkenhändler stehen gegen Euro und Ebay auf verlorenem Posten. WIEN (m. p.). Sie sammeln seltene Stücke. Doch mittlerweile sind Briefmarkensammler teils selbst schon zu Raritäten geworden. Die Branche steckt in einer tiefen Krise: "Die alten Sammler sterben aus und junge kommen nicht nach", erklärt Briefmarkenhändlerin Christine Wimmer. In ihrem Geschäft am Wiener Graben gehen viele andere Produkte über den Ladentisch, von Briefmarken allein könne sie nicht mehr leben. "Viele Händler sind schon mit einer schwarzen Null zufrieden", sagt Georg Jelinek, Sprecher des Briefmarkenverbandes. Allein in den vergangenen beiden Jahren haben österreichweit sechs Geschäfte zugesperrt, es gibt nun nur noch 64. Dabei gehen Briefmarkengeschäfte in der Regel nicht in Konkurs. Sie finden einfach keinen Nachfolger. Geht der Besitzer in Pension, bleibt der Rollladen unten. Was ist aus den Maklern der "Aktie des kleinen Mannes" geworden? Wimmer erinnert sich an bessere Zeiten: "In den 60er Jahren konnte man gut von Briefmarken leben." Damals gab es hunderte Händler. Und zigtausende, vor allem junge, Sammler. "Jugendliche, die heute lieber vorm Computer sitzen", meint Christine Steyrer aus dem zweiten Bezirk. Die Briefmarken- und Münzenverkäuferin sieht ein Image-Problem: "Wenn ein Schüler heute Briefmarken sammelt, dann schauen alle schief." Wer behauptet, mit dem Euro sei alles teurer geworden, hat nur zum Teil Recht. Die Preise für Briefmarken, speziell jener aus der zweiten Republik, sind in den Keller gefallen. "Für eine Sammlung, die vor der Umstellung 1500 Euro wert war, bekommt man heute höchstens noch 150 Euro", meint Jelinek, der auch selbst ein Geschäft in der Opernpassage führt. "Die Leute sind frustriert, weil sie für ihre Sammlungen nichts mehr kriegen", bestätigt Wimmer. Der Postkartenständer vor Jelineks Geschäft erinnern daran, dass man zumindest auf Ansichtskarten noch Briefmarken zu kleben pflegt. Ansonsten verschwinde das viereckige, bunte Stück Papier aus dem Alltag, meint der 40-Jährige. Doch der Ständer diene nur dazu, Laufkundschaft anzulocken. Das sind vor allem Touristen. Mit ihnen macht er etwa 20 Prozent seines Umsatzes. Der größere Teil seiner Briefmarkenkäufer sind Stammkunden. Uwe Steiner hat sich auf Auktionen spezialisiert. Der 31-Jährige organisiert zweimal im Jahr Versteigerungen. Das sei die einzige Zukunft, meint Steiner. Denn "der Händlermarkt stirbt aus". Die kleinen Geschäfte kommen zusehends durch Internetauktionen unter Druck. Auf Ebay & Co. werden "günstige" Marken bis maximal 200 Euro gehandelt. Kleinere Sammler schlagen per Mausklick zu. Die Post versucht indes, das "verstaubte Produkt aufzupeppen". Post-Sprecher Michael Homola berichtet euphorisch über Briefmarken-Innovationen. Etwa eine gestickte Textil-Marke ("Edelweiß", 3,75 Euro). Oder die Meteoriten-Marke, in die kosmische Partikel eingearbeitet sind. Der neueste Hit: Die "Franz Beckenbauer"-Briefmarke, speziell für Sammler aus Deutschland. Dort ist es verboten, lebende Personen auf Marken abzudrucken. |
|
woermi registriert |
Gesendet: 31 Jul 2006 21:45:12 Die jammern blos weis den 0815 Ramsch nicht mehr unter die Leute bekommen! |
|
mukinshori registriert |
Gesendet: 31 Jul 2006 22:39:03 Marken mit Millionenauflagen sind eben nicht sehr selten und häufiger als die tausende SammlerInnen - So regelt eben Angebot und Nachfrage den Preis und nicht der Michel oder ANK. |
|
woermi registriert |
Gesendet: 31 Jul 2006 23:33:31 Jo genau, ... |
|
Guenter Tuder registriert |
Gesendet: 6 Aug 2006 15:53:48 Zu Bemerken ist auch, dass die Anzahl der Menschen (bei uns) ziemlich konstant ist, die Anzahl der Marken jedoch steigt. Marken sterben halt nicht. :-) Bei ebay hab ich zwischen 2001 und 2006 festgestellt, dass der Preis leicht steigt, ich nehme an weil es immer mehr User gibt. Leider nimmt aber die Zahl der Sammler sicher ab, es fehlt halt die breite Masse, weil’s heute sicher mehr Unterhaltungsmöglichkeiten (vor allem für Einsteiger) gibt, als früher. |
|
Docadhoc registriert |
Gesendet: 1 Sep 2006 10:50:13 Aus der aktuellen "Briefmarke" zu diesem Artikel - http://www.briefmarkenshop.at/uploads/dwl97704briefmarke09.pdf PHILATELIE und INTERNET Der Briefmarkenhandel ist tot, es lebe der Briefmarkenhandel! In der letzten Juliwoche dieses Sommers beschäftigte sich das renommierte Blatt „Die Presse" unter dem Titel „Die Leiden der alternden Sammler" mit der ach so düsteren Zukunft der Philatelie. Ausgesprochen werden die bittersten Prognosen von namhaften Vertretern des österreichischen Briefmarkenhandels: Gegen Euro und Ebay stehen die Briefmarkenhändler auf verlorenem Posten" so beschlagwortet die Presse" die aktuelle Situation. Mit Internet, Währungsumstellung und der Altersstruktur der Sammlerschaft sind schnell drei Hauptverantwortliche ausgemacht, die die Schuld an den sinkenden Umsatzzahlen des Briefmarkenhandels tragen sollen. Natürlich verändern diese konzentriert auftretenden Entwicklungen den Briefmarkenmarkt - zugegebenermaßen zu Lasten derer, die über lange Zeit hindurch den Markt betreut haben, Briefmarkenhändler und -auktionäre. Dennoch wäre es falsch, diese Veränderungen in der Philatelie zu bedauern. Der frische Wind sollte vielmehr freudig angenommen werden, der durch ein riesiges Intemetangebot entsteht. Neue Sammelleidenschaft, die durch grenzüberschreitenden Handel und einfache internationale Kommunikation via E-Mail angefacht worden ist. Das Internet kennt keine Öffnungszeiten und keine Sonn- und Feiertage. Es steht dem Philatelisten dann zur Verfügung, wann er Zeit und Lust dazu hat und nicht nur an Werktagen zwischen 9,00 und 17,00 Uhr. Im Internet können vom Sammler Angebote und Preise sehr leicht verglichen werden. Die gewerblichen Anbieter haben sich einem regen und völlig transparenten Wettbewerb zu stellen, der noch dazu ganz engen gesetzlichen Regelungen zu folgen hat. Natürlich ist dieser Wettbewerb zum Vorteil des Konsumenten. Wenn ein Briefmarkensammler ein Ladengeschäft mit der erstandenen Ware verlässt, so hat er seinen Kauf getätigt - Irrtum ausgeschlossen. Wenn der Briefmarkensammler seine Ware im Internet bei einem gewerblichen Verkäufer ersteht, hat er lt. E-Commerce Gesetz mindestens sieben Tage nach Erhalt der Ware das gesetzlich garantierte Recht, ohne Angabe von Gründen von seinem Kauf zurückzutreten. Die Versuche, die Ware im Internet zu diskreditieren oder als billigen Ramsch abzuqualifizieren, sind zum Scheitern verurteilt, die gängige Praxis zeigt das Gegenteil. Natürlich bietet der Internethandel viele Gelegenheiten, einem Schwindel oder einer Betrügerei aufzusitzen. Der riesige Marktplatz eBay bietet leider zu vielen Gaunereien Unterschlupf - oftmals unter der Devise „Privatangebot - Reklamation ausgeschlossen!" Der Sammler kann aber letztendlich selbst entscheiden, welches Angebot er annehmen möchte. Es ist ihm dringendst anzuraten, zwischen gewerblichen und privaten Anbietern zu unterscheiden, zwischen Anbietern die unter inländische oder europäische Gesetzgebung fallen oder Anbietern aus Übersee, auf die möglicherweise kein Zugriff gewährleistet ist. Ein Manko kann man dem Internethandel allerdings nicht absprechen: Der meist fehlende persönliche Kontakt zwischen Verkäufern und Käufern. Hier ist der Internethandel mit Sicherheit gut beraten, sich weiterzuentwickeln und einen Schritt auf die Kunden zuzugehen. Ansonsten ist die momentan vor sich gehende Veränderung im Handel eine zeitgemäße und völlig legitime Anpassung an die Erscheinungen der Gegenwart und sicherlich kein Grund für einen Abgesang an die Philatelie. Viel Freude im Internet wünscht Ihnen Mag. Friedrich Winter |
|
dr1974 registriert |
Gesendet: 4 Sep 2006 16:33:33 Für die paar jungen Sammler die es gibt hat der Preisverfall auch einen Vorteil: wann sonst konnte man die Schillingmarken 2. Republik so günstig kaufen. Andererseits sammeln ja viele Neulinge nicht mehr klassische Ländersammlungen, sondern eher Motivgebiete. |
|
Impressum
Powered by miniBB 2.0 RC1f © 2001-2008
|