| Briefo.com / Briefmarken Allgemein / Österreichs blaue Mauritius |
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Berni17 registriert |
Gesendet: 15 Jun 2006 11:57:31 Mangelnde Fantasie beim Geldeintreiben kann dem heimischen Fiskus wohl keiner vorwerfen. Noch bevor die Post auf die Idee kam, die 1840 von den Engländern erfundene Briefmarke zu kopieren, schlug 1848 Johann Deodat Freiherr von Spiegelfeld vor, die Briefmarke als Stempelmarke zu drucken und anstelle des leicht zu fälschenden Papierstempels für die Steuerentrichtung einzuführen. Denn im Kern ist die Stempelgebühr, später eine Stempelmarkengebühr, eine Steuer auf den Verbrauch von Papier und geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Ursprünglich in den Niederlanden erfunden, fand sie in ganz Europa Verbreitung. Aber mit der fortschreitenden Alphabetisierung der Bevölkerung und der Verbreitung des Schreibens wurde unter dem Druck des Abgabenwiderstands die Stempelgebühr schließlich auf "rechtlich bedeutsame Schriften" eingeschränkt - Korrespondenz mit Behörden, Urkunden, Vollmachten wurden gegen Gebühr gestempelt. Eine Verordnung des Finanzministeriums griff schließlich den Vorschlag des Freiherrn von Spiegelfeld per 28. März 1854 auf. Seit 1. Mai 1854 gab es in Österreich und bald darauf in anderen europäischen Ländern die "Stempelmarke", mit der der Staat seinem Bürger das Lecken hieß, zuletzt noch rund 15 Millionen Mal im Jahr. Spiegelfeld machte dank seines Ideenreichtums Karriere und brachte es zum letzten Chef der österreichischen Finanzverwaltung in Venedig. Die Stempelmarke (zumindest die österreichische) ist seit 2002 nur noch "Erinnophilie", wie in der Philatelie das Sammelgebiet "nicht postalischer Marken" bezeichnet wird. |
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rtuder registriert |
Gesendet: 16 Jun 2006 21:54:40 Hallo Berni, sammelst du Stempelmarken? ich bin durch Zufall vor Kurzem an ein paar Marken gekommen, und habe gleich "Blut geleckt"... Vor allem interessiere ich mich für die neueren Stempelmarken die bis zur Abschaffung in Gebrauch waren. Leider gibt es hier (noch?) keine Kataloge / Aufstellungen über die Ausgaben. Mich würde interessieren ob sich hier bei nominalgleichen Marken über die Jahre die Druckverfahren/Wasserzeichen/... verändert haben. Das Angedruckte (erste) Ausgabejahr blieb ja bis zuletzt immer gleich. Bei einer diesbezüglichen Anfrage ans BMF wurde ich an die Staatsdruckerei verwiesen, die aber bis jetzt leider nicht antwortete :-( schgr roman |
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Berni17 registriert |
Gesendet: 17 Jun 2006 12:59:49 Hallo Roman! Ich sammle keine Stempelmarken, aber ich habe im Internet etwas recherchiert und bin auf die folgende Internetadresse gestoßen: www.hummel-buch.de (unter Kategorie --> Literatur --> Philatelie-Literatur --> Fiskal/Stempelmarken) Hier habe ich 3 Bände gefunden, die für dich interessant sein könnten. Erler/Hagn: Katalog Stempelmarken Österreich Band 1: Documentar Erler/Tkalcsics: Katalog Stempelmarken Österreich Band 2: Staatliche Ausgaben Teil 2 Erler/Tkalcsics: Katalog Stempelmarken Österreich Band 3: Länderausgaben und allgemeine Gemeindeausgaben Diese Katalogreihe ist meist zweisprachig deutsch/englisch wobei deren Auflage sehr gering ist. Format A5 Des weiteren gibt es auch einen Verein in Österreich der sich mit dieser Thematik befasst. Verein Österreichischer Stempelmarkensammler "Ignaz Mayr-Runde" Kontakt: Rudolf Tkalcsics Eisenstädterstrasse 5 in 7202 Bad Sauerbrunn Austria Ich hoffe, ich konnte dir hier etwas weiterhelfen. Lg Berni |
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