| Briefo.com / Briefmarken Allgemein / Das Sujet der Helvetia |
| Autor | Mitteilung |
|
franzi66 registriert |
Gesendet: 16 Okt 2005 14:43:41
Am 15. Septempber 1854 erschien in der Schweiz eine neue Markenserie, welche die bis dahin verwendeten sogenannten "Rayon" ablöste. Diese heute als "STRUBEL(I)" bekannte Markenserie hatte die allegorische Figur der "HELVETIA" als Motiv, welche von diesem Zeitpunkt an über 80 Jahre ununterbrochen schweizer Briefmarken ziehrte. Schon 8 Jahre später löste eine zweite, wie ihre Vorgängerin im kombinierten Buch/Prägedruck erstellte Markenserie, die Strubelausgabe ab. Neu an dieser Ausgabe "sitzende Helvetia gezähnt" war 1. die Zähnung und 2. die erstmals als Fälschungsschutz aufgebrachten "KONTROLLZEICHEN" (doppeltes Oval mit Schweizerkreuz). Der Druckprozeß der "sitzenden Helvetia" war aufwendig und teuer, und aufgrund des steigenden Bedarfs wurde bereitzs 1879 an die Ausgabe neuer Briefmarken gedacht. Aber erst 1882 lösten zwei verschiedene Markenbilder die "sitzende Helvetia" ab. Für die Werte 2 -15 Rappen wurde das Motiv "KREUZ und WERTZIFFER" (im Buchdruckverfahren hergestellt) verwendet. Für die Werte 20 Rappen - 3 Franken wurde das Motiv der "STEHENDEN HELVETIA" (im Kupferdruckverfahren hergestellt) verwendet. Die Markenserie der "stehenden Helvetia" war 25 Jahre in Verwendung. 1907 erschien das Motiv "BRUSTBILD der HELVETIA", welches aber nicht sehr beliebt recht schnell wieder verschwand. 1908 erschnien die letzte Markenserie mit dem Motiv "SITZTENDE HELVETIA mit SCHWERT". 1942 verschwand das Motiv der Helvetia schließlich von den Schweizer Briefmarken. |
|
franzi66 registriert |
Gesendet: 16 Okt 2005 15:18:17 | Geändert von: franzi66 DIE STEHENDE HELVETIA 1882 - 1907 Schon aufgrund des Verwendungszeitraumes von 25 Jahren und unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten, der verwendteten Rohstoffe und der verwendeten Sicherheitsmerkmale läßt sich die Vielfalt dieser Ausgabe erahnen.
Wie soll man sich nun an so eine Markenserie heranmachen? Katalogisiert man die "STEHENDE HELVETIA"-Ausgabe nach Sicherheitsmerkmalen, Zähnungsuntersieden und Papierarten ergeben sich 11 in Gruppen zusammengefaßte Serien, welche insgesamt 65 heute bekannte Marken umfassen. UNTERSCHEIDUNG NACH 1. P A P I E R Anfangs wurde weißes Papier verwendet, und erst gegen Ende des Verausgabungszeitraumes kam Faserpapier zur Verwendung. 2. S I C H E R H E I T S M E R K M A L E Zur Verwendung kamen die sogenannten Kontrollzeichen, die auf das bereits fertige Papier aufgepreßt wurden und Wasserzeichen.
Im Jahre 1889 wurde durch Bundesbeschluß die heraldisch richtige Form des Schweizerkreuzes festgelegt (Kreuzschenkel 1/6 länger als breit). Da die Form des seit 1862 verwendeten Kontrollzeichens (Form A) nicht dem Beschluß von 1889 entsprach wurden die durch Abnützung nicht mehr brauchbaren Druckplatten Ende 1893 durch neue Druckplatten (Form B) ersetzt. Die Frühdaten bei der Verwendung des Kontrollzeichen B bei der Ausgabe "stehende Helvetia" sind 12/1893. Das beteutet alle Briefmarken mit Stempel vor 12/1893 haben immer Kontrollzeichen A!. 3. Z Ä H N U N G Es wurden vier verschiedene Zähnungsriese verwendet.
Aus den oben genannten Unterscheidungsmerkmalen ergibt sich folgendes Gesamtbild:
Zur Erklärung: Die angegebenen Katalognummern sind Zumstein Nr. / Michel Nr.. T Y P E N Ä N D E R U N G Obwohl das Markenbild während der ganzen 25jährigen Ausgabedauer unverändert erhalten geblieben ist, wurden die Platten der Werte 25 Rappen (im Jahre 1906) und 40 Rappen (im Jahre 1904) leicht geändert. Im Zumstein Spezialkatalog steht, dass vermutlich zu große Plattenabnützung zu dieser Änderung geführt hatten. Anhand zweier Bildtafeln sind hier die wichtigsten unterscheidungsmerkmale Dargestellt.
D I E F A R B E N Mit Ausnahme der Werte 25 und 50 Rappen bzw 1 Franken behielten alle Werte die gleiche Farbe während der Erscheinungsdauer. Beim Weltpostkongress 1897 in Washington wurde der Beschluß gefasst, dass die gebräuchlichstenPostwertzeichen (in allen angeschlossenen Ländern) in einheitlicher Farbe zu erstellen seien. Drucksachen bis 50 gramm grün Auslandspostkarte rot Auslandsbrief blau Bei der Ausgabe der "stehenden Helvetia" betraf das den 25 Rappen Wert (Auslandsbrief). Um zu vermeiden, dass es zwei Werte in der gleichen Farbe gab, nämlich 25 Rp. und 50 Rp., wurden einfach die Farben der beiden Werte getauscht (und zwar 1899). 1902 wurde außerdem der Wert zu 1 Franken von lila auf karmin geändert. Durch die verwendeten Farben und deren manuelle Aufbereitung gibt es eine vielzahl an Farbnuancen. Hier ein kleiner Einblick.
Ich werde diese Farbtafeln zu gegebener Zeit erweitern (wann immer ich eine vollständige Farbtafel einer Katalognr. zustande bringe. FORTSETZUNG FOLGT ! |
|
buzones registriert |
Gesendet: 17 Okt 2005 07:30:44 SUUPER franzi66!! Ich hab' auch noch einiges davon rumliegen und werde mich nun bei Gelegenheit mal näher damit beschäftigen. Dankeschön!! |
|
franzi66 registriert |
Gesendet: 18 Okt 2005 20:38:05 | Geändert von: franzi66 Die seltenen Marken der Ausgabe "stehende Helvetia" --------------------------------------------------------------------- Die meisten Marken wurden in großen Auflagen gedruckt, wobei aber doch relativ große unterschiede in der Häufigkeit auftreten. Neben den Marken der grobgezähnten Ausgabe (1888-1889) im Allgemeinen und der grobgezähnten 40 Rappen und 50 Rappen im Speziellen, darf auch der 1 Franken-Wert 71Eb/63YDb sowie der 30 Rappen-Wert 96B/90C zu den seltenen, wenn auch nicht zu den raren gezählt werden. Wohingegen zu den eigentlichen Raritäten folgende Marken gezählt werden dürfen.
STEHENDE HELVETIA - Immer wiederkehrende Abarten PAPIER 1.01 Ungewöhnlich dünnes Papier (0,05 mm oder weniger) 1.02 Ungewöhnlich dickes Papier (0,08 mm oder mehr) 1.03 Helle streifen im Markenbild (hauptsächlich auf Faserpapier) FARBE 1.04 Ungewöhnlich helle Farbnuancen 1.05 Ungewöhnlich dunkle Farbnuancen 1.06 Rötlich durchscheinender Druck 1.07 Öliger Druck KONTROLL- und WASSERZEICHEN 1.08 Kleine Deformationen im geprägten Kontrollzeichen (z.B. Brüche) 1.09 Verschobene Kontrollzeichen a) Kontrollzeichen durch die Zähnung berührt b) Kontrollzeichen geteilt ca. 1/4 : 3/4 c) Kontrollzeichen geteilt ca. 1/3 : 2/3 d) Kontrollzeichen geteilt ca 1/2 : 1/2 e) Kontrollzeichen auf 4 Marken verteilt 1.10 Doppelt geprägtes Kontrollzeichen 1.11 Defektes Wasserzeichen in Form einer Pfeilspitze DRUCK 1.12 Leicht getöntes Papier 1.13 Verschwommener Druck, unregelmäßige Farbverteilung (z.T. mit scharfen senkrechten Linien) 1.14 An verschiedenen Stellen im Markenbild oder im Rand auftretende Farbpunkte, -striche oder -flecken (Druckzufälligkeiten) 1.15 <Schmitz>-Druck 1.16 Doppeldruck 1.17 Schlechter Druck, farblose Punkte oder kleine Farblose Flecken an verschiedenen Stellen im Markenbild 1.18 Fehlender Druck auf ca. 3-5 mm Breite dem Rand entlang 1.19 Großer farbloser Fleck in Form des Kontrollzeichens 1.20 Abklatsch a) Bogenabklatsch b) Maschinenabklatsch c) Doppelter Abkaltsch QUETSCHFALTEN 1.21 Schmale Quetschfalten (mit 0,1 - 0,5 mm weißer Papierzone) 1.22 Mittlere Quetschfalten (mit 0,6 - 1 mm weißer Papierzone) 1.23 Breite Quetschfalten (mit mehr als 1 mm weißer Papierzone) 1.24 Marke teilweise unbedruckt durch umgeschlagene Bogenecke ZÄHNUNG 1.25 Starke Verzähnung (mindestens mit Teil der Nachbarmarke) 1.26 Schlechte, teilweise nicht perforierte Zähnungslöcher (hautsächlich bei Ausgabe auf Faserpapier) 1.27 Doppelzähnung 1.28 1 Blindzahn 1.29 2 Blindzähne auf der gleichen Marke
Bei Gelegenheit werde ich die Bildtafeln mit Abarten ergänzen. |
|
Impressum
Powered by miniBB 2.0 RC1f © 2001-2008
|