| Briefo.com / Philatelie Zubehör / Philatelie Literatur |
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Julian Ulrich Admin |
Gesendet: 18 Feb 2005 22:31:06 Hallo, Welche Bücher würdet ihr einem Briefmarkenanfänger empfehlen, der beschlossen hat, sich etwas näher mit der Materie zu befassen, als nur Briefmarken einzusortieren? [ Natürlich empfehle ich erstmal den "Schnellsiederkurs" :) ] Mfg, Julian |
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Peterwuttke registriert |
Gesendet: 18 Feb 2005 22:37:49 Algemeines zum Briefmarkensammeln: - Michel Sammler-ABC Einzelne Sammelgebiete: - Michel Kataloge; auf keinen fall ANK (ohne klare Linie und voller Fehler) Zu Beginn sollte man sich keine Spezialkataloge kaufen, da dort soviele Sachen erwähnt werden, die man selbst noch nicht unterscheiden kann - wirkt eher frustrierend. |
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zickezacke registriert |
Gesendet: 16 Jun 2005 10:43:32 Ich würde hier einige der Fachbücher der Deutschen Post AG empfehlen können. Neu direkt von der Dt.Post sind die Bücher eher relativ teuer, aber gebraucht auf ebay sind sie meist für ein paar Euronen zu haben. Es geht dabei weniger um die Zuordnung und Katalogisierung von Marken, sondern um die Geschichten rund um klassische Sammelthemen und das alles in edler Aufmachung und sehr reich illustriert. Inhaltlich sehr gut ist der Band "Schätze der Philatelie", in dem die Schätze der Museumsstiftung Post und Kommunikation vorgestellt werden, die die ganzen Postmuseen in Deutschland betreibt. Hier erfährt man viel über klassische Briefmarken z.b. die "Blaue Mauritius", den "Sachsendreier", Propagandafälschungen, die Entstehung der Germania-Marken usw..., reich bebildert und fachkundig kommentiert. Schöne Bücher der Dt. Post sind auch "Das Jahrhundert der Zeppeline" oder "Die Welt der Überflieger", wo auf Luftpost-Spezialitäten eingegangen wird. Im zweitgenannten Buch wird beispielsweise die Geschichte des ersten Nonstop-Flugs über den Nordatlantik Ost-West durch Köhl, Hünefeld und Fitzmaurice im Jahr 1928 philatelistisch dokumentiert. Erst kürzlich erschienen sind zwei weitere Bücher, eines zum Riesenflugschiff Do-X und ein weiteres zur (deutschen) Kraftpost, jeweils auch immer populärwissenschaftliche Aufarbeitungen des Themas mit besonderer Beachtung des philatelistischen Aspektes. Im Gegensatz zu trockenen Katalogen, die zwar wichtige Arbeitsmittel zur Bestimmung von Briefmarken sind, steht in den genannten Büchern nicht der finanzielle Anreiz wertvoller Marken, sondern die Faszination des Themas im Mittelpunkt. Gerade für Sammlungsanfänger könnten solche Bücher Anreize zum Anlegen einer thematischen Sammlung bieten, die sich nicht in erster Linie an möglichst wertvollen oder seltenen Marken orientiert, sondern die eben ein geschichtliches Thema zum Inhalt hat. Um realistisch zu sein, interessiert es doch junge Sammler wahrscheinlich weniger, von der wievielten Platte welche Auflage welcher Dauerserie gedruckt wurde. Dagegen den weltbewegenden Flug eines einmaligen "Flugzeugs" wie der Do-X oder trivialeres wie die Familiengeschichte der britischen Royals o.ä. philatelistisch nachvollziehen zu können, dürfte einen ungleich größeren Reiz ausüben bzw. den Schritt von geschichtlichem Interesse zur Philatelie immens erleichtern. Die Postbücher geben hierzu wie ich finde sehr gute Anregungen. An der Herstellung der genannten Bücher haben meist ArGen des BdPh mitgewirkt, was auch für eine gewisse philatelistische Kompetenz sorgt, die ja bei den deutschen Postveröffentlichungen früherer Jahre nicht immer gegeben war. |
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sammlermax1 registriert |
Gesendet: 17 Jun 2005 05:42:55 Hallo Julian, es kommt darauf an welches Gebiet du sammeln möchtest,es gibt zu jedem Gebiet Literatur, zu erst würde ich dir einen Katalog empf. Herausgeber egal, sollte ein Spezial sein die anderen bzw.normal Kataloge sind nur Bilder Bücher mit wenig Sinn, wenn du dich dann auf ein Gebiet eingestellt hast die dazugehörige Spezial Literatur. Und vielleicht noch ein Briefmarken Lexikon (Ullrich Häger)für das kleine Wissen rundherum. |
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Clemens J registriert |
Gesendet: 22 Mar 2006 00:31:24 | Geändert von: Clemens J Hallo, für junge Sammelanfänger(-innen, i.w. dazuzudenken) würde ich den Was-ist-Was-Band "Briefmarken" empfehlen (ca. 10 EUR in jeder Buchhandlung oder amazon). Er ist gut verständlich, trotzdem fundiert geschrieben (vom Fachmann Wolfgang Maassen) und auch für 'alte Hasen' hin und wieder zum Blättern und Schmökern ein Tip (nette Illustrationen!) Zusätzlich empfehle ich Besitz und Lektüre eines ausführlicheren allgemeinen Briefmarken-Sammelratgebers. Es gibt dieser viele, manche sind empfehlenswerter als andere; grundsätzlich sind sie aber- mit Variationen - ähnlich aufgebaut (wie sammelt man, was kann/soll man sammeln, Tauschen/Auktionen, Fälschungen/Markenprüfen, Zeitschriften/Literatur, philateliegeschichtliche "Histörchen"). Da die Informationen nicht rasch veralten (abgesehen von Zeitschriften/Literatur - aber das kann man ja auch im www recherchieren), muß es bei der Anschaffung keineswegs ein druckfrisches Buch vom Händler sein. Das angesprochene Michel-ABC ist okay, muß aber nicht unbedingt sein; es ist qualitativ nicht ohne Konkurrenz. Ein gutes älteres Buch, das ich empfehlen kann, ist Kurt K. Doberer: "Handbuch des Briefmarken-Sammelns" (meine Flohmarkt-Ausgabe ist von 1978 :-) Ebenfalls sehr interessante Lektüre, wenngleich abschnittsweise etwas eigenwillig, bietet Walther Heering: "Philatelie. Spiel und Ernst" (die Ausgabe in meiner Stadtbücherei datiert von 1963). Zu den Katalogen: Sammelanfänger können sich zuerst in einer größeren öffentlichen Bibliothek, die mehrere Briefmarkenkataloge führt, kundig machen (Voeph-Bibliothek, große Stadtbüchereien usw.) Die Anschaffung eines neuen Katalogs ist anfangs absolut nicht notwendig; gebrauchte Kataloge, die erst ein paar Jahre alt sind, können im Internet oder beim Händler günstig gekauft werden. Der Gang in eine öffentliche Bibliothek empfiehlt sich übrigens auch, um philatelistische Nachschlagewerke einzusehen, deren private Anschaffung in aller Regel nicht lohnt. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf das oben angesprochene Lexikon von Ullrich Häger (1978) - wichtige Seiten daraus können kopiert werden. Hinzuweisen ist ferner auf das monumentale Werk von Carlrichard Brühl: "Geschichte der Philatelie" in zwei Bänden (Hildesheim 1985/86), dessen Lektüre vor allem in philateliegeschichtlicher Hinsicht zu empfehlen ist. Anders als in den unzähligen Ratgebern mit ihren anekdotenhaften philatelistischen "Histörchen" (die ohnedies meist verfälscht wiedergegeben werden) finden sich in Brühls Doppelband (der Autor ist Historiker) quellenkritische Darstellungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen (Fußnotenapparat usw.) - trotzdem sind die Texte unterhaltsam und mühelos zu lesen! Das Mammutwerk ist in einzelne Themenkapitel (z.B. Geschichte der Briefmarkenhändler, berühmte Philatelisten usw.) unterteilt, die jeweils eigenständig gelesen werden können; man muß also nicht alles 'von vorne bis hinten durchackern'. Mittelbar mit Philatelie zu tun hat das herrliche Büchlein von Burkhard Müller: "Verschollene Länder" (Lüneburg 1998), in dem der Autor 'verschollenen Ländern' nachgeht, indem er ihre Briefmarken betrachtet. Die kleinen Essays sind ursprünglich über längere Zeit in einer deutschen Tageszeitung veröffentlicht worden und für diesen Band gesammelt zusammengefaßt. Dank der ungewöhnlichen Betrachtungsperspektive des Autors stößt man als Leser immer wieder auf Überraschungen (Nachdenkliches und Heiteres), was man SO weder in einem normalen Geschichtswerk noch philatelistischen Fachbuch finden würde. Eine überaus kurzweilige Lektüre für zwischendurch! PS: Auch negative Beispiele seien erwähnt. So habe ich neulich aus der Stadtbücherei das Büchlein "1000 Tips für Briefmarkensammler" entliehen, verfaßt vom Fachmann (!) Joachim Krebs. Der Autor reiht zusammenhanglos alles Mögliche aneinander und 'verkauft' das dann als 'Tips'. Krebs weiß offensichtlich nicht einmal, wie der korrekte Vorname des englischen Briefmarkenpioniers Hill lautet! |
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Clemens J registriert |
Gesendet: 22 Mar 2006 00:43:45 Noch ein Nachtrag zur Literatur, speziell zum Thema "Briefmarken und politische Propaganda": Zu diesem m.E. sehr interessanten Thema, unter dem Briefmarken v.a. aus ikonographischer Perspektive betrachtet werden, sind mir zwei Literaturtitel bekannt: 1. Ein Aufsatz von Stefan MARTENS: "Post und Propaganda: Das Dritte Reich und die Briefmarken der Dt. Reichspost 1933-45" in: Wolfgang Lotz (Hrsg.): "Deutsche Postgeschichte. Essays und Bilder" (Berlin 1989) (dieser Band versammelt übrigens postgeschichtliche Darstellungen von Mittelalter bis 20. Jh., angeschlossen ist ein umfangreicher Bildteil) 2. Eine brandneue Dissertation, von der aber aus philatelistischer Sicht lediglich einige Kapitel bzw. Abschnitte interessant sind: Roman SIEBERTZ: "Die Briefmarken des Iran als Mittel der politischen Bildpropaganda" (Wien 2005). |
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apfelmus registriert |
Gesendet: 22 Mar 2006 09:58:38 Clemens J. schrieb am 22 Mar 2006 00:43:45 PS: Auch negative Beispiele seien erwähnt. So habe ich neulich aus der Stadtbücherei das Büchlein "1000 Tips für Briefmarkensammler" entliehen, verfaßt vom Fachmann (!) Joachim Krebs. Der Autor reiht zusammenhanglos alles Mögliche aneinander und 'verkauft' das dann als 'Tips'. Krebs weiß offensichtlich nicht einmal, wie der korrekte Vorname des englischen Briefmarkenpioniers Hill lautet! Antwort dazu: Hast Du schon auf das Erscheinungsjahr dieses Buches geschaut? H.J. Krebs ist schon vor vielen, vielen Jahren verstorben. Er war Berufsjournalist beim Deutschen Rundfunk und Philschreiber in der gesamten deutchsprachigen Briefmarkenpresse.. Da dieses Büchlein ja nicht im "Selbstverlag" des Autors aufgelegt wurde, ist hier mindestes ein Mitverschulden des Verlages (mangelhaftes Lektorat) gegeben. |
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Clemens J registriert |
Gesendet: 22 Mar 2006 14:03:45 @ apfelmus: Stimmt, das Buch von J. Krebs datiert von 1981. Aber, wie gesagt: sehr viele Ratschläge in der Philatelie sind zwar nicht zeitlos, aber doch lang haltbar. Das Buch war bei seinem Erscheinen 1981 so schlecht wie heute, die mangelhafte Qualität liegt also keinesfalls am Alter. (Natürlich trägt auch der Verlag Schuld, der übrigens noch andere Philatelie-Bücher veröffentlicht hat. Frage mich, ob die auch so indiskutabel sind...). |
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